Warum wir Jahresgespräche führen ...

Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch (Präsident)
Ich halte Jahresgespräche für sinnvoll, weil sie einen guten Rahmen außerhalb des Tagesgeschäftes schaffen, in dem die individuelle Arbeitssituation reflektiert und die persönliche berufliche Entwicklung thematisiert werden können.
Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister (Vizepräsident für Forschung, ehem. Dekan des FB 09)
Für mich als Führungskraft ist das Jahresgespräch sinnvoll, weil es einen starken selbstreflexiven Charakter hat und mir selbst neue Erkenntnisse bringt: Ich werde mir über meine Handlungen und deren Wechselwirkung klar, verschaffe mir einen Überblick und kann meine Entscheidungen und weiteren Planungen entsprechend kommunizieren. Mit den MitarbeiterInnen spreche ich auch über das Arbeitsverhältnis, versuche Verständnis für meinen Weg der Aufgabenbewältigung zu erzielen, möchte mein Verständnis zum Handeln der MitarbeiterInnen verstärken. Bei neuen Anforderungen betrachten wir gemeinsam, ob Herausforderungen noch innerhalb der aktuellen Stellenbeschreibung bewältigt werden können, oder ob sich neue Perspektiven erzielen lassen. Wichtig ist mir der Konsens hinsichtlich der Rechte und der Pflichten zwischen den Parteien. Außerdem bietet das Jahresgespräch für mich als Führungskraft eine persönliche Gelegenheit zu erfahren, welche Kenntnisse die Beschäftigten vom dienstlichen System haben und ob die nicht immer einfachen Zusammenhänge in unserer Universität auch für eine befriedigende Kooperation angemessen vermittelt worden sind. Schließlich ist es auch eine Chance, das persönliche Umfeld der Beschäftigten kennen zu lernen, denn berufsexterne Lebensbedingungen wirken sich natürlich auf die Arbeitsleistung aus, und rechtzeitige, angemessene Rücksichtnahme sollte sich planen lassen. Das Jahresgespräch bietet einen Zeitpunkt und Rahmen, an dem ich etwas vermitteln kann bzw. meine MitarbeiterInnen wissen, dass sie sich äußern können. Ich persönlich halte diese Gespräche für sehr wichtig und finde, dass sie als „Halbjahresgespräche“ geführt werden sollten.
Univ.-Prof. Dr. Mechthild Dreyer (Vizepräsidentin für Studium und Lehre)
Ich schätze das Format des Jahresgespräches insbesondere aufgrund seiner beiden Dimensionen des Rückblicks auf das Vergangene und des Ausblicks auf das Kommende. Der zeitliche Horizont, der auf diese Weise aufgespannt wird, erlaubt es, Aufgaben und Tätigkeiten in größeren Kontexten zu sehen, Veränderungen und Entwicklungen in den Blick zu nehmen und damit auch über strategisches Handeln nachzudenken.
Dr. Waltraud Kreutz-Gers (Kanzlerin)
Für mich sind Jahresgespräche sinnvoll, weil sie ein besonderes Format der Kommunikation mit den direkten Mitarbeiter/-innen vorgeben, das das eigene Kommunikationsverhalten diszipliniert. Darüber hinaus ermöglicht das Jahresgespräch den Austausch über Ziele und gegenseitige Erwartungen, wie er in der tagtäglichen dienstlichen Kommunikation in aller Regel nicht stattfindet. Schließlich gibt es Raum für gegenseitige Bestätigung und Kritik, die beide im Alltagsgeschäft in aller Regel zu kurz kommen und die für Mitarbeiter/ -innen und Vorgesetze wichtig sind, um sich in ihrer Arbeit weiterzuentwickeln. Dabei ist mir der Aspekt der Freiwilligkeit wichtig – sie sind ein Angebot und kein Zwang!