Projekt

 

Mit der Idee, eine für die eigene Universität passende Führungskultur zu entwickeln und zu implementieren, konnte die JGU im Rahmen des vom Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft und der Heinz-Nixdorff-Stiftung ausgeschriebenen Programmes „Wandel gestalten“ überzeugen und wurde für eine Projektlaufzeit von zwei Jahren (mit Verlängerung auf drei Jahre) gefördert. Im Dezember 2010 erteilte die Hochschulleitung den Projektauftrag an die Projektleitung. Das Projekt wurde im Dezember 2013 abgeschlossen.

Ein wichtiges Ziel der Weiterentwicklung der Führungskultur war es, die durch das Miteinander der an sich gegensätzlichen Kulturen von Partizipation und Expertentum erzeugten Spannungen produktiv für die Universität nutzen zu können. Insbesondere ging es darum, die Möglichkeiten und Grenzen lateraler Führung, also der Führung ohne Dienstvorgesetzteneigenschaft, auszuloten.

Den Leadership-Gedanken aufgreifend, sollte das Projekt JGU-Leadership, basierend auf Führungsleitlinien, zentrale und dezentrale Führungsverantwortung unterstützten. Dabei wurden als konkrete Projektziele definiert:
• Führungskräfte/Personen mit Führungsaufgaben sind sicher in ihrer Führungsrolle und können so für effizienteren Ressourceneinsatz und Qualitätssteigerung sorgen.
• Mitarbeiter/-innen erleben Führung in wertschätzender Art und Weise – und werden in ihrer eigenen Motivation gestärkt.

Im Sinne klassischer Veränderungsprozesse wurde in einem ersten Schritt unter breiter Beteiligung der Universitätsmitglieder definiert, wie Führung an der JGU aussehen soll bzw. was die Organisation von ihren Führungskräften erwartet. Hierzu wurden Führungsleitlinien erarbeitet, die als Orientierungsrahmen für die Führungskräfte der Universität dienen sollen. Die Leitlinien wurden in einem breiten, partizipativen Prozess erarbeitet. Nach einem Auftakt mit rund 160 Führungskräften, an dessen Ende ein erster Entwurf der Leitlinien stand, wurde dieser in zahlreichen Gesprächsrunden und Fachbereichsgremien diskutiert, um dann am Ende des Prozesses mit großer Mehrheit im Senat verabschiedet zu werden. Aufbauend darauf haben acht Teilprojekte zu führungsrelevanten Themen Maßnahmen, Instrumente und Strategien erarbeitet, wie die Leitlinien in die Umsetzung kommen können. Die Teilprojekte waren im einzelnen:

  • (Neu-)Konzeption von Mitarbeitergesprächen
  • Personalentwicklung für erfahrene Führungskräfte
  • Frauen in Führungspositionen
  • Professionalisierung von Auswahlprozessen
  • Konzeption von „Anreizmöglichkeiten“ zur Übernahme von Führungsaufgaben
  • Identifizierung und Qualifizierung von Nachwuchsführungskräften
  • Erprobung eines Führugnskräftefeedbacks
  • Projektevaluation

Die Projektsteuerung erfolgt über ein Projektteam (aus der Personalentwicklung) und einen Lenkungsausschuss mit Vertreter/-innen aller Gruppen sowie Teile der Hochschulleitung).
Die in den Projekten und von der Projektleitung entwickelten Maßnahmen wurden in hohem Maße in die nachhaltige Umsetzung überführt. So wurden das überarbeitete „Jahresgespräch“ in der Hochschule neu eingeführt, der „JGU- Leadership- Team Award“ an Teams vergeben, die in besonderer Weise in ihrer Führung und Zusammenarbeit die Führungsleitlinien umsetzen. Es wurden unterstützende Angebote für Führungskräfte zum Thema Personalauswahl erarbeitet, das Angebot der Führungskräfteentwicklung überarbeitet und vieles mehr.

 

Publikationen

Beitrag im Stifterverband-Magazin"Wirtschaft & Wissenschaft" 1/2011