Teilprojekt 7

Frauen in Führungspositionen

Das Teilprojekt „Frauen in Führungspositionen“ gewinnt seinen Impuls aus der gegenwärtig vieldiskutierten Erkenntnis, dass trotz vielfältiger Maßnahmen in diesem Bereich gerade an Hochschulen Führungspositionen (Professuren, aber auch Arbeitsgruppen- und Gremienleitungen aller Art ebenso wie leitende Positionen in Wissenschaftsmanagement und Verwaltung) nach wie vor nur zu einem sehr geringen Anteil mit Frauen besetzt sind. Diese Situation ist zum einen ein Zeichen dafür, dass auf gesellschaftlicher, organisationaler und personeller Ebene weiterhin Zugangsbarrieren für Frauen bestehen, und bewirkt zum anderen, dass sich die Führungskultur an Hochschulen einseitig entwickelt und dass Führungspotenzial ungenutzt bleibt.

Hier setzt das Teilprojekt „Frauen in Führungspositionen“ an, das von der Frauenreferentin Silke Paul geleitet wird und dessen Umsetzung durch eine Kooperation mit der BASF SE unterstützt wird. Seit Mai 2012 steht dem Teilprojekt mit Ulrike Niedner eine eigene Projektassistentin zur Umsetzung der Projektziele zur Verfügung.

Das weitere Teilprojektteam vereint den Sachverstand derjenigen Personen, die mit dem Thema seit längerer Zeit vertraut sind, mit Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen der Universität, die Anforderungen aus ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld einbringen und als Multiplikatoren aktiv werden können. Das Team hat sich seit September 2011 zu vier Workshops getroffen; der fünfte wird im August stattfinden. Derzeit gehören dem Team an:

• Dr. Andreas Brandtner, Leitender Bibliotheksdirektor
• Dr. Marc Höcker, Projektreferent BMBF Professorinnenprogramm, Universitätsmedizin
• Rosemarie Kirschenmann, Personalrat
• Seit Juni 2012: Barbara Lampe, Stellv. Leiterin ZWW und Stellv. Gleichstellungsbeauftragte des
  Senats
• Dr. Larissa Schindler, Institut für Soziologie
• Dr. Beate Schiewe, International Max Planck Research School for Polymer Materials

Als vorrangige Ziele des Teilprojekts sind herausgearbeitet worden:

• Die Außenwirkung der JGU in Richtung „frauenfreundlich“ ist verbessert.
• Strukturelle Barrieren sind identifiziert und abgebaut.
• Chancengerechte Berufungs- und Auswahlverfahren sind implementiert.
• Neue Anreize, speziell für Frauen, Führungsverantwortung zu übernehmen, sind entwickelt und eingeführt.

Eine weitere, zentrale Aufgabe dieses Teilprojektes ist die Beratung und Koordination der anderen, parallel laufenden Teilprojekte zum sinnvollen Einbeziehen der Genderthematik in ihre Aktivitäten sowie das Kommunizieren bereits bestehender Angebote für weibliche Führungskräfte an der JGU.

Erreicht werden sollen die Projektziele durch eine Kombination aus konkreten personellen und strukturellen Maßnahmen einerseits und nachhaltig wirksamen strategischen Überlegungen andererseits zu der Frage, wie langfristig die strukturellen Rahmenbedingungen an der JGU so gestaltet werden können, dass mehr Frauen Führungspositionen besetzen. Hierbei setzt das Teilprojekt auch auf einen Austausch mit Vertretern der Wirtschaft, um wechselseitig von gemachten Erfahrungen und strategischen Überlegungen zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen zu profitieren.


Neuigkeiten aus dem Teilprojekt:

01.03.2013: Round Table zu Gender und Diversity in Führungsfragen

Auf Einladung des Präsidenten der JGU versammelte sich eine kleine Runde hochrangiger Personalverantwortlicher aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur zu einem vertraulichen Austausch. Die Teilnehmenden brachten ihre Erfahrungen zu Maßnahmen in der eigenen Organisation ein, Frauen verstärkt für Führungspositionen zu gewinnen und die Vielfalt von Arbeitsmodellen zu fördern. Dabei profitierte das sehr offen geführte Gespräch außerordentlich von der Vielfalt der versammelten Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen. Ein Folgetreffen wird im Sommer aus dem Kreis der Teilnehmenden heraus organisiert.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der BASF SE statt.

28.01.2013: 2. Netzwerktreffen für weibliche Führungskräfte

Im Rahmen des Teilprojekts Frauen in Führungspositionen fand nach dem vorangegangen Treffen für weibliche Führungskräfte aus den Bereichen Administration, Zentrale Einrichtungen und Wissenschaftsmanagement nun ein Netzwerktreffen für Professorinnen statt. Eine kleine, aber feine Runde von Professorinnen versammelte sich, um einem interaktiv gestalteten Vortrag zu lauschen und über die eigenen Erfahrungen mit Führungsaufgaben im universitären Kontext miteinander ins Gespräch zu kommen. Die renommierte Arbeitssoziologin und Genderforscherin Prof. Heather Hofmeister, Ph.D. sprach zum Thema „Wenn schon, denn schon! Erfolgreiches Führen an der Uni – Tipps aus Forschung und Praxis“ und verknüpfte anschaulich und unterhaltsam Erkenntnisse aus der Forschung mit ihren persönlichen Erfahrungen aus dem Alltag als Professorin. Mit Heather Hofmeisters Anregungen im Gepäck setzten die Teilnehmerinnen im Anschluss ihren Austausch zu Leadership-Fragen fort und beschlossen, ihre Netzwerkaktivitäten auf informeller Ebene im monatlichen Rhythmus fortzusetzen. Hierzu erhalten alle Professorinnen der JGU in Zukunft regelmäßige Einladungen.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der BASF SE statt.

30.10.2012: Broschüre „Frauen in Führung“

Seit Ende Oktober liegt die Broschüre „Frauen in Führung“ gedruckt vor; sie wurde am 30. Oktober 2012 im Rahmen der Veranstaltung „Leadership ist weiblich“ vom Präsidenten der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und stieß auf breite Resonanz. Hunderte Exemplare sind bereits innerhalb und außerhalb der JGU überreicht worden und die Nachfrage ist unvermindert groß. Die Broschüre porträtiert mit Kurzinterview, Kurzvita und Foto eine Reihe weiblicher Führungskräfte der JGU, die klassische Personalverantwortung tragen oder Gremien, Projekte und Initiativen verschiedenster Art in Forschung, Wissenschaftsmanagement und Verwaltung leiten. Dabei ist ein lebendiges Bild von der großen Vielfalt und Bandbreite formaler und informeller weiblicher Führungsverantwortung an der JGU entstanden. Die Broschüre macht anschaulich, in wie vielen Bereichen wir bereits jetzt von weiblicher Führung profitieren und was wir entsprechend gewinnen können, wenn wir weitere Führungspositionen mit Frauen besetzen. Zudem bietet sie den weiblichen Führungskräften von morgen an der JGU Anregung und Ermutigung, selbst leitende Aufgaben zu übernehmen, indem sie eine Vielzahl möglicher Karrierewege und -strategien nachzeichnet.

Broschüre "Frauen in Führung"

30.10.2012: Vortrag und Podiumsdiskussion „Leadership ist weiblich“:

Am 30. Oktober 2012 lauschten knapp 150 JGU-interne und externe Gäste im Rahmen der Veranstaltung „Leadership ist weiblich“ zunächst einem Vortrag der renommierten Personalpolitik-, Gender- und Diversity-Forscherin Prof. a. D. Gertraude Krell zum Thema „Geschlechterverhältnisse in Führungspositionen verstehen und verändern“ und im Anschluss einer von Petra Gerster gewohnt souverän moderierten Podiumsdiskussion. Hier tauschten sich Hochschulleitung und Gleichstellungsbeauftragte des Senats mit der Referentin, mit Staatssekretärin Vera Reiß, DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, Unternehmerin Anja Gockel und BASF-Personalentwickler Dr. Ingo Hamm lebhaft über Erfahrungen mit und Empfehlungen zu gender(un)sensibler Personalpolitik in Wissenschaft und Wirtschaft aus, bevor die Veranstaltung ihren geselligen Ausklang fand. Die Beiträge der Referentin und der Diskutierenden stießen vielfach auf Interesse und Anerkennung und werden auch unter den Gleichstellungsakteuren der JGU weiter diskutiert.

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Präsentation von Frau Prof. Krell

Rückblick auf die Veranstaltung

Artikel im JGU-Magazin

12.09.2012: 1. Netzwerktreffen für weibliche Führungskräfte:

Am 12. September 2012 fand das erste der ab sofort einmal pro Semester stattfindenden Netzwerktreffen für weibliche Führungskräfte an der JGU statt. Eingeladen waren hier zunächst die Führungskräfte aus Wissenschaftsmanagement, Zentralen Einrichtungen und Verwaltung. Rund 50 Gäste aus diesen Bereichen lauschten der bekannten Management-Trainerin, Coach, Rednerin und Autorin Sabine Asgodom. Sie stimmte mit ihrem lebhaften und doch tiefgründigen Vortrag zum Thema „Führen mit S.E.E.L.E.®“ ihr Publikum auf den sich anschließenden Empfang ein, der Zeit und Raum zum Netzwerken und fachlichen Austausch bot. 2013 werden die Netzwerkaktivitäten auf informeller Ebene im monatlichen Rhythmus fortgesetzt. Hierzu erhalten die Adressatinnen in Zukunft regelmäßige Einladungen

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Rückblick auf die Veranstaltung

Artikel im JGU-Magazin 

Seminarangebot zum Thema „Frauen in Führung“

In Kooperation mit dem Frauenbüro, das die Durchführung verantwortete, bot das Teilprojekt zwei Seminare für weibliche Führungskräfte an. Das Seminar „Frauen in Führung: SELBSTsicher“ am 27. September 2012 widmete sich dem Erkennen und Gestalten des eigenen Führungsverhaltens; das Seminar „Von der Mitarbeiterin zur Führungskraft“ am 6. November 2012, das sich dezidiert an Nachwuchsführungskräfte richtete, nahm vor allem die mit einer neuen Führungsrolle verbundenen Anforderungen und Aufgaben in den Blick. Auch 2013 werden wieder Fortbildungen zu Führungsthemen angeboten werden.

Programm des Frauenbüros

Strategische Arbeit
Eine kleine Arbeitsgruppe im Rahmen des Teilprojekts hat ein Konzept zur verstärkten – auch aktiven – Rekrutierung von Frauen für Führungspositionen erarbeitet. Sowohl für Berufungsverfahren als auch für reguläre Stellenbesetzungsverfahren sind hier Empfehlungen entwickelt worden, wie die einzelnen Verfahrensschritte von der Ausschreibung an geschlechtersensibler und geschlechtergerechter ausgestaltet werden können. Das Konzept enthält Vorschläge für die verbesserte Einbindung von Gleichstellungsbeauftragten in die Verfahren sowie für Schulungen, Leitfäden und weitere Tools zur Unterstützung derjenigen, die KandidatInnen für Führungspositionen akquirieren und professionell auswählen müssen und wollen.