Leitlinien für die Arbeit der PE

Personalentwicklungsstrategie der JGU

BESCHLOSSEN VOM SENAT DER JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ AM 17. März 2017

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zählt mit über 32.000 Studierenden in 75 Studien-fächern zu den großen deutschen Universitäten. Als internationale Forschungsuniversität ist die JGU exzellenter Forschung und Lehre verpflichtet. Dabei kommt der Förderung des wissenschaftli-chen Nachwuchses und dem Austausch mit der Gesellschaft eine besondere Rolle zu. Mit rund 4.500 Mitarbeiter/inne/n im wissenschaftlichen und wissenschaftsstützenden Bereich ist die JGU einer der größten Arbeitgeber der Region.
Die JGU orientiert sich bis heute am Vorbild und am internationalen Wirkungsanspruch ihres Na-mensgebers: innovative Ideen fördern und umsetzen, Wissen nutzen, um die Lebensbedingungen der Menschen und deren Zugang zu Bildung und Wissenschaft zu verbessern. Sie will ihre Mitglie-der motivieren, die vielfältigen Grenzen zu überschreiten, denen sie täglich begegnen – zwischen Fachgebieten, Wissenschaftskulturen, zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen, Nati-onen und Kulturen.
Die strategischen Ziele der JGU werden nur erreicht, wenn gut ausgebildete und motivierte Mitar-beiter/innen mit ihrem Engagement und ihren Kompetenzen dazu beitragen. Daher hat sich die JGU bereits früh entschieden, die Kompetenzentwicklung ihrer Mitglieder zu fördern und die Per-sonalentwicklung als ein strategisches Handlungsfeld zu etablieren. Bereits seit Mitte der 1980er Jahre verfügt die JGU über ein breites Fortbildungsangebot für alle Beschäftigten, seit 2000 wird die Personalentwicklung systematisch aufgebaut und weiterentwickelt. Mit dem vorliegenden Kon-zept richtet die JGU ihre Personalentwicklungsstrategie an den strategischen Zielen der Universität aus und bündelt, konzentriert und ergänzt die zahlreichen Aktivitäten unterschiedlicher Akteure für die verschiedenen Zielgruppen. Handlungsleitend sind dabei das Zukunftskonzept der JGU (2011) sowie verschiedene Leitlinien und Strategiepapiere, die in den vergangenen Jahren ent-standen sind.
Durch die Verabschiedung der Aspekte guter Lehre sowie einer Lehrstrategie durch den Senat der JGU wurde ein Rahmen für die erforderlichen Lehrkompetenzen gesetzt . Die JGU setzt dabei seit langem auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Weiterentwicklung hochschuldidaktischer Kompetenzen.
Die JGU hat sich Führungsleitlinien als Rahmen für das Handeln von Führungskräften gesetzt . Der Senat der JGU hat zudem die Leitlinien Gute Arbeit beschlossen, die darauf zielen, die Arbeitsbe-dingungen aller Beschäftigten zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf die Situation des wis-senschaftlichen Nachwuchses in der Qualifizierungsphase. Im Rahmen der Human Ressources Stra-tegy for Researchers (HRS4R) der EU-Kommission hat die JGU als eine der ersten deutschen Hoch-schulen das Gütesiegel „HR Excellence in Research“ erhalten.
Die JGU gehört zu den Gründungsmitgliedern von UniNetzPE, dem Netzwerk Personalentwicklung an Universitäten in Deutschland. Dessen Kodex gute Personalentwicklung an Universitäten fließt ebenfalls in die Personalentwicklungsstrategie der JGU ein.
Aufgabe der Personalentwicklung an der JGU ist es, die Universität bei der Erreichung ihrer strate-gischen Ziele zu unterstützen. Aus ihnen leiten sich folgende Handlungsfelder für die Personalent-wicklung ab:
1. Forschung unterstützen
2. Gute Lehre stärken
3. Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern
4. Wissenschaftsmanagement, Governance und dezentrale Steuerung stärken
5. Veränderungsprozesse gestalten und JGU-Leadership-Kultur leben
6. Mitarbeiter/innen auswählen, binden und deren berufliche Entwicklung fördern
7. Internationalisierung vorantreiben
8. Gleichstellung erreichen und Vielfalt wertschätzen
Als Bildungseinrichtung und lernende Organisation setzt die JGU bei ihren Aktivitäten in der Perso-nalentwicklung darauf, allen Beschäftigten die notwendige Unterstützung zu bieten, um ihre fachli-che Expertise zu erhalten und auszubauen sowie kreativ und flexibel mit neuen Anforderungen umzugehen. Die JGU positioniert sich damit als attraktiver Arbeitsgeber in der wissenschaftlichen Community und in der Region. Ziel ist es, ein motivierendes Umfeld zu schaffen, das Arbeitszufrie-denheit fördert und die Beschäftigten in die Lage versetzt, ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele der Universität leisten zu können.
Den Beschäftigten obliegt es ihrerseits, ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung eigen-verantwortlich im Blick zu behalten und voranzutreiben, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu erwei-tern und Karrierechancen zu nutzen. Ihre Führungskräfte agieren an dieser Stelle als dezentrale Personalentwickler/innen. Sie werden für diese Aufgabe von der zentralen Personalentwicklung unterstützt.
Die JGU versteht Personalentwicklung als eine evidenzbasierte und praktisch erprobte systemati-sche Förderung und Weiterentwicklung der Kompetenzen von Beschäftigten in Wissenschaft, Ad-ministration und Technik. Sie trägt zur Erfüllung der Aufgaben der Universität, zur Erreichung und Sicherung ihrer strategischen Ziele sowie zur individuellen beruflichen Entwicklung ihrer Mitglieder bei. Dabei berücksichtigt sie die Konzepte der Universität zur Personalstrukturentwicklung und Personalplanung.
Personalentwicklung an der JGU richtet sich an alle unbefristet und befristet Beschäftigten der JGU. Sie verfolgt den Grundsatz der Zielgruppenorientierung: Neben Maßnahmen für alle Beschäf-tigten entwickelt sie Maßnahmen für spezifische Akteure der JGU (z.B. Neuberufene, Führungs-kräfte, Dekan/innen) oder Berufsgruppen (z.B. Postdoktorand/innen, Studienmanager/innen, Hochschulsekretär/innen, Auszubildende), die bedarfsgerecht im Sinne der Zielgruppe sowie der strategischen Ziele der JGU angeboten werden. Den Angeboten zur Qualifizierung des wissen-schaftlichen Nachwuchses kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Die vielfältigen Personalentwicklungsmaßnahmen der JGU werden von verschiedenen Akteuren verantwortet. Hierbei kommt dem Referat Personalentwicklung der Abteilung Personal eine fe-derführende und koordinierende Rolle zu. Es berät die Hochschulleitung und die Beschäftigten der JGU in allen Fragen der Personalentwicklung, fungiert als Serviceeinrichtung für alle Bereiche der Universität, erhebt kontinuierlich den Bedarf, entwickelt zielgruppenspezifische Maßnahmen und sichert und entwickelt stetig die Qualität der Angebote. Im Rahmen der Dual Career-Beratung wer-den Partner/innen neuberufener Professor/innen in ihrer individuellen Karriereentwicklung unter-stützt. Das in der Personalentwicklung angesiedelte Familien-Servicebüro berät Beschäftigte und Studierende zu Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und entwickelt Maßnahmen, die die Vereinbarkeit an der JGU unterstützen.
Das Gutenberg Nachwuchskolleg ist die zentrale Plattform für alle Personalentwicklungsmaßnah-men zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses der JGU. Im Bereich der Nachwuchsförderung kommt dem Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) eine besondere Bedeutung zu. Das ZQ unterstützt mit der Konzeption und Durchführung des „Allgemeinen Promotionskollegs“ die Doktorandinnen und Doktoranden der JGU sowie mit dem Programm „Auf dem Weg zur Wissenschaft“ Postdocs auf ihrem akademischen Karriereweg. Dar-über hinaus sind im ZQ die hochschuldidaktischen Angebote verortet. Die Stabstelle Frauenförde-rung und Gleichstellung bietet zusätzlich Maßnahmen für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs sowie für weibliche Beschäftigte im wissenschaftsstützenden Bereich an. Die Stabsstel-le Forschung und Technologietransfer unterstützt Wissenschaftler/innen zu Themen der For-schungsförderung und Ausgründung und bietet hier Weiterbildungsmaßnahmen an. Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung leistet einen Beitrag zur Weiterqualifizierung insbesondere von berufstätigen Akademikerinnen und Akademikern und vermittelt praxisnah Wissen auf dem neuesten Stand der Forschung und Erkenntnis. Darüber hinaus bieten Fachbereiche und For-schungsverbünde fachspezifische Personalentwicklungsmaßnahmen für ihre Zielgruppen an.
In einem jährlichen gemeinsamen Bericht zur Personalentwicklung werden die vielfältigen Aktivitä-ten gebündelt dargestellt, um den Gesichtspunkten von Vielfalt und Dezentralität aber auch Effizi-enz Rechnung zu tragen.
Abgeleitet aus den strategischen Zielen der JGU ergeben sich die folgenden Handlungsfelder der Personalentwicklung:
Die JGU gehört zu den forschungsstarken deutschen Universitäten. Ziel ist es, die Forschungspo-tenziale an der JGU auch in Zukunft weiter auszubauen. Daraus leitet sich für Personalentwick-lungsaktivitäten an der JGU das Ziel ab, Forschende in ihrer beruflichen und persönlichen Entwick-lung so zu unterstützen, dass sie exzellente Forschung an der JGU betreiben können.
Personalentwicklungsmaßnahmen zielen unter anderem darauf ab, Forscher/innen in der Einwer-bung von Forschungsmitteln und im Forschungsmanagement zu unterstützen. Sie wollen ihnen ermöglichen, sich in ihrer Führungsrolle weiterzuentwickeln und Strukturen, Prozesse und Verän-derungen in ihrem verantworteten Arbeitsumfeld professionell zu gestalten (u.a. durch Beratung und Begleitung von Veränderungsprozessen) , mit dem Ziel über die professionelle Führung und Steuerung der eigenen Forschungsgruppe mehr Zeit für eigene Forschung zu gewinnen.
Darüber hinaus trägt die Personalentwicklung ihren Teil dazu bei, die fachübergreifende und fach-spezifische Vernetzung durch geeignete Maßnahmen zu stärken.
Mit der Gründung des Gutenberg Forschungskollegs hat die JGU eine Plattform geschaffen, auf der die Anliegen der Forscher/innen formuliert und entsprechende Empfehlungen zur Unterstüt-zung an die Hochschulleitung erarbeitet werden.
Forschung und Lehre sind gleichberechtigte Kernaufgaben der Universität. Sie verpflichtet sich ex-zellente Lehre zu fördern und zu stärken und unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte For-schungsorientierung, Interdisziplinarität, Internationalität, Diversität und Berufsorientierung inno-vativ weiterzuentwickeln.
Personalentwicklung im Bereich Lehre hat zum Ziel, Lehrende dabei zu unterstützen, ihre hoch-schuldidaktischen Kompetenzen stetig weiter zu entwickeln. Im Hinblick auf forschungsorientierte Lehre unterstützt sie die Lehrenden dabei ihre Forschungsaktivitäten eng in die Lehre einzubinden.
Mittelfristiges Ziel ist es, allen Lehrenden das Erreichen des rheinland-pfälzischen Zertifikats für Hochschuldidaktik zu ermöglichen. Darüber hinaus fördert die JGU Modellversuche der hochschul-didaktischen Weiterbildung. Sie bietet hochschuldidaktische Unterstützung in Form von Work-shops, individueller Lehrberatung und Coachings an. Allen Lehrenden der JGU stehen darüber hin-aus die hochschuldidaktischen Angebote des Hochschulevaluierungsverbundes Süd-West offen.
Die Teilnahme an Veranstaltungen der Hochschuldidaktik ist Teil der Zielvereinbarungen mit neube-rufenen Professor/inn/en. Die JGU bietet für Gruppen von Lehrenden kollegiales Coaching an und fördert damit den kollegialen, sowohl disziplinären als auch interdisziplinären Austausch über Fra-gen der Lehre . Im Rahmen der sogenannten „Prüfungswerkstatt“ werden Prüfungsformen und -praktiken entwickelt und deren Wirksamkeit untersucht.
Professionelle Lehre bedarf nicht nur professioneller Lehrkräfte, sondern auch Personen, die Lehre professionell organisieren und professionell beraten. Mit dem Zertifikat „Professionelles Manage-ment von Studium und Lehre“ können sich die Mitarbeiter/innen der Studienbüros systematisch weiterqualifizieren. Das Programm „Professionell beraten“ unterstützt die Studienfachbera-ter/innen bei ihren Aufgaben.
Mit der Gründung des Gutenberg Lehrkollegs hat die JGU eine Plattform geschaffen, auf der alle Fragen der Hochschullehre kritisch reflektiert werden können und entsprechende Empfehlungen an die Hochschulleitung, den Senat und die Fachbereiche der JGU erarbeitet werden.
Doktorand/innen und Post-Doktorand/innen, Habilitand/innen, Nachwuchsgruppenleitungen und Juniorprofessor/innen sind als wissenschaftlicher Nachwuchs bedeutsam für die Entwicklung der JGU. Sie sind in Forschung und Lehre mit hohem Engagement präsent und tragen damit wesentlich zur Leistung und Reputation der Gesamtuniversität bei. Daher betrachtet die JGU die nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses als eine ihrer Kernaufgaben.
Ziel der Personalentwicklung für Nachwuchswissenschaftler/innen ist es, für die unterschiedlichen Phasen der wissenschaftlichen Qualifizierung zielgruppengerechte Angebote zu machen. Zentrale Themen sind dabei die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen sowie der Fähigkeit, den eigenen Karriereweg in der Wissenschaft oder in Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung zu planen und zielorientiert zu beschreiten.
Neben strukturellen Maßnahmen im Bereich Forschungsförderung für Nachwuchswissenschaft-ler/innen (z.B. Projektförderung, Zuschüsse für Tagungen etc.) bietet die JGU vielfältige Maßnah-men und Beratung für den wissenschaftlichen Nachwuchs an. Das „Portal für den wissenschaftli-chen und künstlerischen Nachwuchs“ informiert über die verschiedenen Möglichkeiten.
Derzeit ist eine Vielzahl an strukturierten, drittmittelgeförderten Promotionsprogrammen etabliert, die Doktorand/innen neben sehr guten Forschungsbedingungen auch hervorragende Betreuung und Vernetzungsmöglichkeiten bieten.
Promovierende ohne Einbindung in ein strukturiertes Format haben an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ebenfalls Zugang zu verschiedenen, speziell auf sie zugeschnittenen Qualifizie-rungs-, Unterstützungs- und Beratungsangeboten. So bieten die unterschiedlichen Veranstaltun-gen des Allgemeinen Promotionskollegs (APK) oder des Programms Weiblicher Wissenschafts-nachwuchs (ProWeWin) Möglichkeiten der Weiterbildung und Qualifizierung. Daneben werden zahlreiche Veranstaltungen zu Themen der Forschungsförderung und des Forschungs- und Wissen-schaftsmanagements angeboten.
Unterstützung und individuelle Förderung finden junge Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaft-lerinnen und Wissenschaftler darüber hinaus in spezifischen Mentoring-Programmen. Ein besonde-res Format bietet hier die Gutenberg-Akademie an, die bis zu 25 herausragenden Promovierenden sowie Künstlerinnen und Künstlern der JGU (Juniormitglieder) einen intensiven und regelmäßigen Austausch mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Künstlerinnen und Künstlern (Seniormitglieder) ermöglicht.
Die JGU unterstützt Postdoktorand/innen bei der Entwicklung von Karriereperspektiven in und außerhalb der Wissenschaft u.a. mit dem Programm „Auf dem Weg zur Professur“ und Angeboten zu Karriereperspektiven für Postdocs (mit dem Schwerpunkt auf Karriereperspektiven außerhalb der Wissenschaft).
Mit der Einrichtung des Gutenberg-Nachwuchskollegs hat die JGU eine Plattform geschaffen, in der die Anliegen des wissenschaftlichen Nachwuchses formuliert und die Angebote für den wis-senschaftlichen Nachwuchs kritisch beleuchtet und weiterentwickelt werden können.
Bereits seit Ende der 1990er Jahre arbeitet die JGU in vielfältigen Reformprozessen an der Profes-sionalisierung zentraler und dezentraler Steuerung. Mit der Neustrukturierung der Fachbereiche wurden Einheiten geschaffen, die den Anforderungen dezentraler Steuerung gerecht werden können. Dabei folgt die JGU den Grundsätzen von effizienter Steuerung, Expertenberatung und breiter Partizipation.
Schwerpunkte legt die JGU auf die Professionalisierung der Steuerungsakteur/innen, auf das Zu-sammenwirken von zentraler und dezentraler Steuerungsebene sowie die Weiterentwicklung von Governance-Strukturen . Für die Personalentwicklung bedeutet dies, einerseits Dekan/innen, Prodekan/innen und Rektor/innen und Prorektor/innen, Fachbereichs- und Institutsgeschäftsfüh-rungen in der Ausführung ihres Amtes und andererseits die strategische Kommunikation zwischen Akteuren der Hochschulleitung, Fachbereichs- und Institutsebene zu unterstützen.
Zu Beginn einer neuen Amtsperiode bietet die JGU allen neu gewählten Dekan/innen, Rek-tor/innen und ihren Vertretungen ein Informationsprogramm sowie ein individuelles Coaching bzw. eine Teamentwicklung für das Dekanat an.
Veränderte Anforderungen an das Wissenschaftssystem und der Wettbewerb zwischen den Hoch-schulen erhöhen den Anpassungsdruck auf die zentrale und dezentrale Steuerung der Universität. Dies bedingt neue Anforderungen an die Führungskräfte und alle Mitarbeiter/innen. Die JGU ver-steht den stetigen Wandel als Ausdruck ihrer Bemühungen um Qualitätsentwicklung auf allen Ebe-nen. Dafür ist ein professionelles Veränderungsmanagement auf allen Ebenen erforderlich.
Die JGU berät und begleitet insbesondere ihre Führungskräfte bei der Gestaltung und Durchfüh-rung von Veränderungsprozessen. Dazu bedarf es professioneller Führungskonzepte, die die Be-sonderheiten einer Universität berücksichtigen. Die JGU hat unter dem Stichwort JGU-Leadership eine für sie passende Führungskultur entwickelt, die geprägt ist von Respekt, Wertschätzung und Loyalität. Sie stellt ihren Führungskräften entsprechende Personalentwicklungsangebote sowie Möglichkeiten zur Reflexion des eigenen Führungshandelns zur Verfügung.
Die Teilnahme an Veranstaltungen der Führungskräfteentwicklung ist ebenfalls Teil der Zielverein-barung mit neuberufenen Professor/inn/en. Zu den Angeboten zählen strukturierte Programme der Führungskräfteentwicklung, themenspezifische Einzelworkshops, Coaching, Beratung, der Aufbau kollegialer Beratungsstrukturen, die Unterstützung von Vernetzung, die Unterstützung bei Personalauswahl (Beratung, Information, Begleitung von Auswahlverfahren) sowie Beratung zur Durchführung der Jahresgespräche.
Die Auswahl und Bindung geeigneter Mitarbeiter/innen und ihre individuelle Förderung sind wich-tige Bausteine zum Gelingen exzellenter Forschung, Lehre und Steuerung der Universität, insbe-sondere mit Blick auf Herausforderungen wie den demographischen Wandel und den Fachkräfte-mangel.
Daher ist ein zentrales Ziel der Personalentwicklung, den Auswahlprozess und den Prozess der Ein-gliederung neuer Mitarbeiter/innen weiter zu professionalisieren und passende Angebote für Füh-rungskräfte zu entwickeln. Die JGU ist dem Ziel transparenter, nachvollziehbarer und zügiger Aus-wahlverfahren verpflichtet.
Die JGU bietet in einem innovativen und lebendigen Forschungsumfeld Raum für Kreativität und die Gestaltung des Arbeitsumfeldes. Die JGU verpflichtet sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, allen Beschäftigten Angebote zu systematischen Personalförderung und -entwicklung zu unterbreiten. Die individuelle Karriereentwicklung ist Gegenstand der Jahresgespräche zwischen den Mitarbei-ter/inne/n und ihren Vorgesetzten. Dabei ist die Entwicklung der JGU ebenso im Blick wie die be-rufliche und persönliche Entwicklung der Mitarbeiter/innen. Die JGU nimmt als Ausbildungsbetrieb ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und erarbeitet eine Ausbildungsstrategie. Als attraktiver Arbeitgeber stellt sie Angebote zur Gesundheitsförderung bereit und entwickelt sie weiter.
Das Familien-Servicebüro unterstützt Beschäftigte und Studierende bei der Vereinbarkeit von fami-liären Aufgaben und Beruf und unterstützt damit die Mitarbeiterbindung. 2016 hat die Johannes Gutenberg-Universität die Charta „Familie an der Hochschule“ unterzeichnet und zeigt damit, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen sehr hohen Stellenwert hat. Insbesondere widmet sich die JGU dem Ausbau der Kinderbetreuung auf dem Campus und richtet sie auf die spezifischen Bedürfnisse des Universitätsalltags aus. Die Dual Career-Beratung trägt dazu bei, ex-zellente Forscher/innen für die JGU zu gewinnen und an der JGU zu halten.
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist als internationaler Ort des Forschens und Lehrens der Grenzüberschreitung zwischen den Nationen und Kulturen in besonderer Weise verpflichtet. In Wissenschaft und Forschung, Studium und Lehre ist die JGU global vernetzt. Meinungsvielfalt und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit. Weltoffenheit und interkultureller Respekt kennzeichnen die JGU als Arbeitgeber.
Personalentwicklungsmaßnahmen unterstützen und begleiten den Internationalisierungsprozess. Sie fördern eine Willkommens-Kultur. Sie umfassen Angebote für insbesondere jene Beschäftigte, die erste Anlaufstelle für internationale Forschende und Studierende sind. Hierzu zählen z.B. inter-kulturelle Trainings und Sprachtrainings.
Die JGU unterstützt Beschäftigte im Rahmen des Erasmusprogramms zur Personalmobilität eigene Auslandserfahrungen zu sammeln, zu reflektieren und diese in ihre Arbeit an der JGU einzubrin-gen.
Die Personalentwicklung verfolgt das Ziel, die Themen Diversität und Gleichstellung als Quer-schnittsthemen in ihren Maßnahmen zu verankern und Angebote zur Karriereentwicklung von Frauen sowie im Kontext Diversität bereit zu stellen.
Die Förderung der Gleichstellung zählt zu den Profilmerkmalen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie ist in allen wesentlichen Leitbildern, Konzepten und in der Grundordnung verankert. Die JGU schätzt Vielfalt als Bereicherung des intellektuellen Diskurses und fördert eine diversitätsoffene und -sensible Universitätskultur. Über die Herstellung von Gleichstellung hinaus arbeitet sie an einem Umfeld, in dem die Vielfalt ihrer Mitglieder geachtet, wertgeschätzt und aktiv gestaltet wird.
Die JGU hat das Diversity Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissen-schaft erfolgreich abgeschlossen. Sie wird sich im Rahmen einer Diversitätsstrategie in den kom-menden Jahren auf struktureller und organisatorischer Ebene mit dem Thema auseinandersetzen und ein Diversitätsverständnis etablieren, das Vielfalt als Gewinn anerkennt.